Es muss nicht immer Ferrari sein - auch die Freiwillige Feuerwehr Nied hat schicke rote Autos.
Ob Jung ob Alt: Wenn es um Technik der Feuerwehrfahrzeuge geht, kommen alle Genarationen ins Schwärmen.
Beim Tag der offenen Tür der Freiwillige Feuerwehr im nahe gelegenen Stadtteil. Dort gab es neben modernen Einsatzfahrzeugen auch einen Löschwagen aus dem Jahr 1986 zu sehen. Die Frage, an die Besucher, was die Fahrzeugbezeichnung "LF 16 TS" bedeute, konnte nicht sicher beantwortet werden. Die Erklärung folgte prompt: "LF steht für Löschgruppenfahrzeug, TS bedeutet Tragkraftspritze und die 16 gibt an, dass die Pumpe 16000 Liter Wasser pro Minute befördern kann."
Das Löschfahrzeug aus den 80er Jahren kommt bei der Freiwilligen Feuerwehr Nied noch immer zum Einsatz. Etwa zehn bis fünfzehn Mal pro Jahr wird das Fahrzeug noch gebraucht. Besonders gut eignet sich das LF16TS zum Katastrophenschutz. Mit 600 Metern Schlauch im vorderen Wagenbereich und noch einmal so viel im hinteren Teil eignet sich das Auto besonders gut, wenn der Einsatzort nicht direkt angefahren werden kann.
Das Löschfahrzeug hat zwei Pumpen, eine sogenannte Vorbaupumpe an der Stoßstange und eine herausnehmbare Tragkraftspritze im hinteren Teil. Im Gegensatz zu modernen Feuerwehrautos verfügt es über keinen Wassertank. Gelöscht werden kann nur mit Wasser aus Hydranten oder Gewässern am Einsatzort.
Im Gegensatz zum LF16TS haben die neuen Fahrzeuge einen Tank, in den mehr als tausend Liter Wasser passen. Der Wechsellader der Nieder Feuerwehr aus dem Jahr 2006 checkt sich nach dem Anlassen selbst durch. Ein Programm überprüft, ob zum Beispiel alle Lichter funktionieren. Faszinierend bleibt aber auch die ältere Technik. Das LF16TS hat noch lange nicht ausgedient.
Auszug aus dem Höchster Kreisblatt vom 16.August 2010
Im Jahr 2009 wurde unsere 1897 gegründete Wehr 112 Jahre Jung.
Mehr als nur Brandschützer
112-Jahre gibt es die Nieder Feuerwehr. Grund genug für eine Feier auf dem Kerbeplatz. Dabei gab es reichlich Informationen.
Dreißig engagierte Bürger waren es, die im Januar 1897 die Freiwillige Feuerwehr in Nied gründeten. Für ihre Ausrüstung mussten die Brandschützer damals selbst aufkommen. Seither hat sich einiges geändert. Die Frankfurter Branddirektion sorgt inzwischen für die Ausrüstung der Nieder Feuerwehr, darunter ist auch moderne Technik.
Bei ihrer 112-Jahr Feier zeigte die Nieder Wehr auf dem Kerbeplatz nicht nur die eigene Gerätschaftten, sondern hatte auch Feuerwehren aus der Umgebung eingeladen. Blickfang war der Wagen der Werksfeuerwehr des Industrieparks Höchst: In einem Tranportkorp konnten sich die Nieder in die Lüfte heben lassen und ihren Stadtteil aus einer Höhe von 53 Metern betrachten.
Bei einer Übung im Pavillon der Niddaschule zeigten die Nieder Feuerwehrleute ihr Können: Sie simulierten eine Situation, in der ein Helfer im verrauchten Pavillon einen Kreislaufkollaps erlitt. Auf einer Schleifschale wurde der Kamerad aus dem Gefahrenbereich gezogen. Dank einer digitalen Atemschutzüberwachungstafel lässt sich bei einem Einsatz feststellen, wenn sich ein Feuerwehrmann nicht mehr bewegt. "Es steht immer ein Rettungstrupp bereit", erklärte Andreas Fehlberg, stellvertretender Wehrführer in Nied.
Bis zu 60 Einsätze im Jahr
Im Laufe der Jahre hat sich auch das Arbeitsgebiet der Feuerwehr verändert. Das hat Jürgen Lorz festgestellt, der vor mehr als 30 Jahren als Jugendlicher zur Nieder Feuerwehr kam und mittlerweile selbst Jugendwart ist. "Früher war es nur Brandbekämpfung, heute gehören auch Umwelt- und Hochwasserschutz dazu" erklärt Lorz. Immer wieder müsse die die Feuerwehr auch anderweitig Hilfe leisten, etwa bei umgestürzten Bäumen. Pro Jahr habe die Nieder Feuerwehr bis zu 60 Einsätze. Die Nieder Brandschützer hatten bisher Glück bei den Einsätzen: " in 112 Jahren hatten wir noch nie einen Todesfall" betonte Lorz.
Engagierte Jugend
Derzeit gehören 25 aktive Mitglieder der Einsatzabteilung an. ZU den Treffen der Jugendfeuerwehr kommen 25 Jungen und Mädchen von 10 bis 16 Jahren. Die Kinder und Jugendlichen dürfen noch nicht bei den Einsätzen helfen, arbeiten aber durchaus für den Stadtteil. Beispielsweise haben sie die Nidda gesäubert.
Das Engagement für die Umwelt zeichnet die Nieder Feuerwehr aus, lobte der stellvertretende Stadtbrandinspektor, Gunter Renner. Er erlebe immer wieder , wie motiviert die Kameraden sind.
Auszug aus dem Höchster Kreisblatt vom 24.08.2009